Frauen*kampftag

Jetzt ernsthaft! Gewalt gegen Frauen stoppen.

Wir fordern die lückenlose Umsetzung des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) in Thüringen.

Das Land trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Istanbul-Konvention. Der politische Wille Frauen und Mädchen vor Gewalt zu schützen darf nicht mehr nur Lippenbekenntnis sein.

Die Landesregierung ist in der Pflicht finanzielle Mittel und personelle Ressourcen bereit zu stellen, damit die Herausforderungen der Konvention realisiert werden können. Dafür muss auch gegenüber dem Bund klar gefordert werden, dass dieser den Gewaltschutz in den Ländern mitfinanzieren muss.

Wir wollen nicht, dass Aufgaben der Istanbul-Konvention in den Aufgabenbereich der Kommunen geschoben werden und dadurch weitere unterschiedliche Standards und Versorgungslagen zwischen den Landkreisen entstehen. Aufgaben des Gewaltschutzes, die bereits in den Kommunen liegen, müssen in die Verantwortung des Landes zurückgeführt werden.

Gute Arbeitsbedingungen und eine Entlohnung, die die hohen Leistungen der Beschäftigten im Bereich des Gewaltschutzes anerkennt, müssen selbstverständlich werden.

Wir fordern, dass alle zuständigen Ministerien des Landes die Umsetzung der Istanbul-Konvention als eine politische Gesamtstrategie betrachten und sie nicht in Ressortzuständigkeiten auseinander dividieren.

Mit der Umsetzung muss innerhalb des ersten Halbjahres 2020 begonnen werden. Die zur Umsetzung der Konvention notwendige Koordinierungsstelle braucht eine personelle Aufstockung und Entscheidungsbefugnisse. Eine von staatlichen Strukturen unabhängige  Monitoringstelle, welche für die Datenerhebung, Forschung und Evaluation der Umsetzung unabhängig von staatlichen Strukturen arbeiten können muss zuständig ist, braucht für ihre Arbeit ausreichend Verwaltungspersonal.

Die Besetzung von Personalstellen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention muss divers erfolgen. So ist es zum Beispiel wichtig, Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte einzustellen. Es müssen Fortbildungen zu interkultureller Kompetenz und Diversität stattfinden.

Wir fordern eine Gesamtstrategie, die gemeinsam mit Zivilgesellschaft sowie nicht staatlichen Organisationen und bestehenden Strukturen des Gewaltschutzes erarbeitet wird. Die besonderen Bedarfe und Perspektiven von Frauen und Mädchen mit Behinderung, von Migrantinnen und Transfrauen und -mädchen müssen bei der Umsetzung der Konvention aktiv eingebracht und mitgedacht werden.

Zur Schließung von Versorgungs- und Angebotslücken im ländlichen Raum müssen Lösungen gefunden werden, z.B. über die Aufstockung von Personal für mobile Beratung. Außerdem braucht es eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit und ein barrierearmes, umfangreiches und in vielen Sprachen verfügbares Informationsangebot sowohl digital als auch Print. Unabdingbar sind finanzielle Mittel für Sprachmittlung bei allen Angeboten des Gewaltschutzes und für alle Gewaltschutzstrukturen.

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Für eine feministische Offensive! – Frauen*kampftag in Thüringen

Jährlich findet rund um den Frauen*tag eine Reihe von Veranstaltungen an verschiedenen Orten in Thüringen statt. In den letzten Jahren in Erfurt, Jena, Weimar, Mühlhausen, Altenburg und Eisenach.

Ein stetig wachsendes Bündnis aus linken Hochschulgruppen, politischen Jugendverbänden, Einzelpersonen und Frauenorganisationen hat sich zum Ziel gesetzt, das Thema Feminismus und damit verbunden die Rechte von Frauen*, Geschlechterverhältnisse in unserer Gesellschaft und das bestehende Rollenverständnis in den Mittelpunkt der Betrachtung zu rücken. Die Formate der Veranstaltungen sind vielfältig. Neben Vorträgen, Workshops und Diskussionen finden auch Filmabende und Gesprächsrunden statt.

Das Bündnis organisiert weiterhin eine Busfahrt zu den bundesweiten Demonstrationen zum Frauen*kampftag sowie kreative Aktionen am 08. März in verschiedenen Orten in Thüringen.

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Frauen*kampftag 2018 Doro und Sophie im Gespräch bei Radio F.R.E.I.

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